Band

Gegründet wurde the Kingfish als Trio unter dem Namen „No Mercy“ ca. 1983. So ganz sicher kann man sich bei den Geburtsdaten alter Blueser ja nie sein, das zwanzigjährige Bestehen wurde jedenfalls 2003 gefeiert. Das Material bestand ausschließlich aus Covertiteln angesagter Bluesrock Protagonisten. Höhepunkt zu damaliger Zeit war wohl der Auftritt im Vorprogramm von Johnny Winter im Jahre 1989.


Als Michael Becker (bass, heute: Hamburg Blues Band) und etwas später Stefan Ulrich (drums, heute: Velvetone, Dimple Minds) zur Band stieß, veränderte sich das Konzept. Man begann, eigenes Material zu entwickeln und verließ den Pfad des reinen Bluesrocktrios. Zwar war die Band meist noch als Trio unterwegs, jedoch begann man, live mit verschiedenen Gästen zu arbeiten (Kieran Hilbert git, Johson Waehneldt key), ab und an mit einem ganzen Bläsersatz. Das Ergebnis war 1993 die erste CD Produktion „No Mercy“.


1995 folgte die zweite CD Produktion „Two Ways To Skin A Cat“ ,inzwischen mit David Jehn am Bass (Uli Beckerhoff). Das Material bestand zum großen Teil aus eigenen Stücken. Für diese Produktion konnte Jürgen Sosnowski aus Hamburg dazu gewonnen werden, der so ziemlich alles beherrscht, was Saiten besitzt und seit der Zeit live und im Studio ein gern gesehener Gast ist.


Auf der dritten Produktion „Kingfish“ (1997) erhielt die Musik nun eine gänzlich eigene Stilistik. Rootsrock-, Country- und Jazzeinflüsse waren unverkennbar. Die Band lebte ihre kompositorischen Fähigkeiten voll aus. Musikalische Grenzen wurden überschritten, ohne jedoch die Energie, die Rhythm´n Blues nun einmal ausmacht, zu vernachlässigen.

 

Ende der neunziger Jahre verdarb Frank Farian, seines Zeichens Erfinder poplastiger Retortenbabys, der Kapelle die Laune mit seiner, dem Namen „No Mercy“ keinesfalls Ehre machenden, Boygroup. Kurzerhand verklagt, kam es zum Vergleich. Das Schmerzensgeld führte zum Verlust des Namens, aber zur Produktion der vierten CD. Unter dem neuen Namen „the Kingfish“ wurde 2000 die Produktion „No Mercy“ eingespielt. Diesmal mit dem Schlagzeuger Eddie Filipp, der wohl den besten Schlagzeugern Deutschlands gezählt werden darf.

 

Im März 2010 ist die CD „The Robert Johnson Project“ erschienen. Drei Jahren arbeitete die Band, wenn die Zeit es zuließ, am Projekt, dass von Jürgen Sosnowski inszeniert wurde. Während seines kurzen Lebens nahm Robert Johnson 29 Titel auf, unter ihnen Klassiker wie Dust my Broom oder Sweet Home Chicago. Viele Mysterien ranken sich um sein Leben. So soll er doch seine Seele an den Teufel verkauft haben, um sein Gitarrenspiel zu verbessern. Sicher die einfachste Methode, um unangenehme Übungsstunden zu vermeiden. Da diese Legende schon zu Lebzeiten Robert Johnsons` auftauchte, nutzte er sie, um seinen Bekanntheitsgrad zu fördern, denn was sonst, wenn nicht Legenden führt verlässlich zu Ruhm.


Mit viel Einfühlungsvermögen und einigen Gästen, die bereit waren, zumindest einen Teil ihrer Seele herzugeben, entstand diese CD mit 14 Titeln, also fast der Hälfte des Materials. Und das alles nicht nur, um das Publikum zu begeistern, sondern den kritischten Beobachter teuflischer Musik selbst – den Teufel.

 

Neu bei "The KIngfish" ist Joe Fink, Schlagzeug. - Nicht ganz neu, denn 1989/90 war er bereits dabei. Vieleicht ist er einigen noch durch sein druckvolles Spiel in Bands wie The Colour Red, The Pump, oder Harpface und the Heat bekannt. Hinzu kommen Angagements bei Linda Morales, Baal, Slime, Achim Reichel, The Renegades, Sieben, Soultrain, The Wetherbys, Matelato, Smells Funky, Martin Gallop,und den Golden Apes. Nach ein paar Jahren Berlin jetzt jedenfalls wieder zurück - herzlich willkommen!